„Ich liebe mich, wenn ich bei euch bin“ – Sehnsucht findet Grund und Ruhe

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Mit dem Zitat einer Indianerin, die regelmäßig bei Siedlern zu Gast war, wies Zeltpfarrer Thomas Wingert auf ein Grundanliegen der Menschen hin. Es sei die Sehnsucht nach Anerkennung und der damit verbundenen Selbstannahme. Um dieses Ziel zu erreichen, würden die Menschen fast alles tun. Manche suchten dieses Gefühl in der Sexualität, andere gällten als hilfsbereit, weitere Personen liebten Geschenke. Hintergrund ist die Sehnsucht nach Geborgenheit, dem „Hier-bin-ich-zuhause“. Doch das vorhandene Zuhause sei oft nicht das, was die Menschen sich unter Geborgenheit vorstellten. Einerseits suche man eben ein Zuhause, wolle andererseits aber dort nicht festgebunden sein und habe die Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer in sich. Wingert sieht das als ein Zeichen für die Sehnsucht nach Ewigkeit. Er zitierte Steve Jobs, der gesagt hat: „Selbst Leute, die in den Himmel wollen, wollen nicht sterben, um dahin zu kommen.“ Der Tod sei das Ziel, das wir Menschen alle gemeinsam haben. „Alle wollen in den Himmel“, so Wingert, „aber keiner will sterben. Wir bekommen den Rachen einfach nicht voll.“

Mit der biblischen  Begebenheit von Jesus, der am Jakobsbrunnen einer Frau begegnet, die voller Sehnsucht ist, machte der Zeltpfarrer deutlich, wo die Seele zur Ruhe finden und auch ein Leben voller Prickeln und Abenteuer beginnen kann. Damals habe Jesus der suchenden Frau zunächst geholfen, ihre ganze Sehnsucht zu entdecken und habe sie dann eingeladen, bei Gott satt zu werden. Die Liebe Gottes, die voraussetzungslose Liebe, die sich in Jesus Christus zeige, sei Heimat und der Platz, wo die sehnsuchtsvolle Suche der Menschen zur Ruhe komme und alle Sehnsucht gestillt sei. Sie sei der Ort, wo man dann, wie jene Indianerin, sich selbst liebe und annehme.

Schritte, um die eigene Sehnsucht von Jesus gestillt zu bekommen, seien für Jeden und Jede möglich. Wingert nannte einige. Man könne mit dem Dank beginnen, dass Jesus die Beziehung, die Verbindung mit jedem Menschen, will. Loszulassen sei ein weiterer Schritt. In diese Kategorie gehören alle eigenen Versuche, die Seele satt zu bekommen. Dazu könne man Gott sagen, dass es einem Leid täte und ihn darum bitten, diese unfruchtbaren Unternehmungen zu vergeben. Dann solle man um den Geist Gottes für sein Leben, um die Aufnahme in die „Familie der Glücklichen“ bitten. Zu dieser Familie gehören die Menschen, die mit Jesus leben.

Der Zeltpfarrer lud die Gäste ein, sich nicht auf eine Konserve von vor 2000 Jahren zu verlassen, sondern live und selbst diese Erfahrung zu erleben.

Dazu hatten fleißige Helfer acht Stationen im Oval des Zeltes aufgebaut. Dort könne man je nach eigenem Stand den persönlichen nächsten Schritt ansetzen. Vielleicht werde es einem Teil der Besucher helfen, sich an die eigene Taufe zu erinnern und sich nochmals den Segen und die Zusage Gottes neu zusprechen zu lassen. Unter Umständen hätte man auch erst einmal Schweres abzulegen und suche ein Ohr für seine Not. An der Station „Tränenkrug“ könne man das greifbar machen, indem man eine Glasträne auf den Grund des Kruges sinken lasse. Gott höre und böte seinen Trost und neue Kraft an. Auch stünden an jeder Station Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereit, die zuhörten, Segen zusprächen oder segneten. Bei der Station Abendmahl gebe es die Möglichkeit, buchstäblich zu schmecken und körperlich wahrzunehmen, wie freundlich Gott sei – und dass er ganz nach innen gut täte und von innen her stärke. Ein bereitgestelltes „Meer“ von Kerzen lade ein, Gott für einen anderen Menschen zu bitten und dabei eine der Kerzen anzuzünden. Hier wurde aus den Kerzen ein leuchtendes Kreuz geformt. Aus Backsteinen war eine kleine Gebetsmauer aufgebaut. Es lagen Stifte und Papier bereit, so dass man seine Anliegen still und ganz für sich aufschreiben und in die Wand stecken konnte. Wer sich für den nächsten Schritt, für den Alltag oder eine Aufgabe oder Wegstrecke Gottes Beistand und Zuspruch erbitten wollte, konnte sich von den Mitarbeitenden segnen lassen und bekam einen Bibelspruch als Ermutigung mit auf den Weg. Auch konnte man direkt ganz neu mit Gott eine Verbindung beginnen oder diese wieder auffrischen. Dazu gab es Gebetskarten, auf denen ein vorformuliertes Gebet vorgeschlagen war.

Wingert lud ein, diese spannende Entdeckungsreise, die tief im Innern Frieden schenke, anzugehen. Sie beginne mit dem ersten Schritt, der Anfang eines Prozesses sei,  welcher wirklich alle Sehnsucht stille. Es sei wunderbar, wenn Menschen sagen könnten: „Ich liebe mich, weil Jesus mit mir unterwegs ist“.

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